Waldkindergarten FAQ: Fragen & Antworten


Sind die Kinder die ganze Zeit draußen?

Es steht zu jeder Zeit im Jahr ein beheizbarer Bauwagen als Unterschlupf zur Verfügung. Jedoch verbringt die Gruppe die meiste Zeit am Liebsten an der frischen Luft an den vielen verschiedenen Spielorten, die sich ihnen in ihrem Waldstück bieten.

Sind sie auch bei Regen, Schnee und Minusgraden draußen?

Warm und wettergeschützt angezogen bringen diese Zeiten den Kindern auch besonderen Spaß. Die Faszination von Schlamm und Pfützen kann voll ausgekostet werden. Im Winter gefriert das Eis, und Schnee ist immer ein tolles Erlebnis. Werden einmal die Füße kalt, so werden “Aufwärmspiele” gespielt. Bei Sturm wird in den Sturmraum ausgewichen.

Sind die Kinder nicht furchtbar schmutzig?

Kinder die ihren Spaß im Wald haben, hinterlassen deutliche Spuren auf der Waldkleidung, das gehört dazu.

Toben die Kinder nicht nur durch den Wald, was machen sie die ganze Zeit?

Natürlich wird ihnen viel Raum zum freien Spiel gelassen. Oft entstehen dadurch weniger Tobe-, sondern die für unsere Kinder so wichtigen Rollenspiele. Daraus können z.B. gemeinsame Projekte in Angriff genommen werden. Oft haben einzelne Tage oder auch Wochen bestimmte Themen, die gründlich erlebt werden. Regelmäßig wird im Bauwagen oder draußen mit den üblichen Materialien wie Papier, Tusche, Stifte, Schere und Kleber gemalt und gebastelt. Gesellschaftsspiele wie Memory und Co gehören ebenfalls zu Möglichkeiten einer Vormittagsgestaltung.

Sind die Kinder nicht häufiger krank?

Ganz im Gegenteil. Aus medizinischer Sicht ist der regelmäßige Aufenthalt in der Natur eine Notwendigkeit. Dadurch wird das körpereigene Immunsystem gestärkt und die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten verringert. Die überheizten Räume, in denen wir leben, spielen und arbeiten, behindern diesen Effekt. Die Bewegung auf unebenem Boden kräfigt die Muskulatur und fördert die Körperbeherrschung. Kinder können ihren Bewegungsdrang ungehindert ausleben.

Vernachlässigt der Waldkindergarten die Schulfähigkeit?

Zunächst einmal ist für die Vorbereitung auf die Schule die Qualität der Kindergartenarbeit ausschlaggebend. Wichtig ist die fachliche Kompetenz und das Engagement der jeweiligen Erzieher.

Haben Waldkindergartenkinder mehr Schwierigkeiten im ersten Schuljahr? *

  • Lehrer/innen der ersten Schuljahre schätzen die durchschnittlichen Leistungen der “Waldkinder” in allen Lern- und Verhaltensweisen besser ein, als den Durchschnitt der Klasse
  • Leistungen heben sich deutlich in den 3 zentralen Lernbereichen ab (Sachunterricht, Lesen, Mathematik)
  • Waldkindergartenkinder können sich lt. Lehrer besser konzentrieren

* Peter Häfner, Studie der Universität Heidelberg – Natur- und Waldkindergärten in Deutschland: eine Alternative zum Regelkindergarten in der vorschulischen Erziehung.