Der Waldkindergarten


Unser Kind bei Wind und Wetter in den Wald schicken? Warum eigentlich nicht? Unsere eigene Kindheit in den 70igern war davon geprägt, dass wir uns fast immer draußen zum Spielen getroffen haben. Wir haben Fangen und Verstecken gespielt, unsere Welt mit Kreide auf die Straße gemalt und uns von oben bis unten dreckig gemacht und mussten erst rein kommen, wenn die Laternen angingen. Wir haben unsere Abenteuer ausgelebt und hatten genügend Gelegenheiten für Bewegungserfahrungen.

Playstation oder Baumhaus?

Kinder leiden heutzutage oft unter Bewegungsarmut. Geräumige Kinderzimmer mit viel Spielzeug, Fernsehen und Computer führen zu früh erkennbaren körperlichen Fehlentwicklungen. Der Computer ersetzt den besten Freund oder die Freundin. Statt über Stock und Stein zu toben, verbringen die Kinder Stunden im stummen Dialog mit ihrem Gameboy. Kinder leiden häufig unter Konzentrationsschwäche, haben kein Durchhaltevermögen, sind unruhig. Hinzu kommt das umfangreiche `Nachmittagsprogramm` mit Musik, Schwimmen und Sport. Die Sorgen um zunehmende Aggressivität und Verhaltensauffälligkeiten wie reduzierte Bewegungsgeschicklichkeit und eingeschränkte Wahrnehmungsfähigkeit werden immer lauter. Viele dieser Störungen haben keine eindeutige Ursache. Man muss sie wohl eher als Anpassungsstörungen auf überforderte Lebensbedingungen deuten.

Der Waldkindergarten als Erlebnisalternative

Da ist ein Waldkindergarten für unsere Kinder eine gute Erlebnisalternative. Der Kindergartenalltag spielt sich im Wesentlichen draußen ab. Bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Die Gruppenstärke bei Waldkindergärten liegt bei 15 Kindern, betreut von 2 Erzieher(innen), im Winter zusätzlich ein(e) Praktikant(in).